#157 Grenzen setzen

Shownotes

In meiner neuen Podcastfolge ist Bestseller-Autor Jan-Uwe Rogge zu Gast, der mit mir über das Thema: „Grenzen setzen” spricht.

Du erfährst in der Folge: Warum es so wichtig ist, dass Kinder Grenzen überschreiten Welche innere Haltung dir dabei hilft, mit Grenzüberschreitungen deines Kindes umzugehen Wie du reagieren kannst, wenn dein Kind etwas nicht tun möchte

Jan-Uwe Rogge zählt seit mehr als 40 Jahren zu den bekanntesten Erziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Als Buchautor, Familienberater und Vortragsredner verbindet er wissenschaftliche Erkenntnisse mit Humor, Gelassenheit und einer großen Portion Menschenkenntnis. Seine Überzeugung: Erziehung ist keine Technik, sondern Beziehung. Mit seinen Büchern, Vorträgen und Podcasts ermutigt er Eltern, Kindern Halt zu geben, ohne sie festzuhalten, und den Familienalltag mit mehr Leichtigkeit zu gestalten. Buch: Grenzen setzen ist (k)ein Kinderspiel: https://amzn.to/4nhgral Mehr auf seiner Website https://www.jan-uwe-rogge.de, dort findest du auch die Termine zu seinem Live-Programm „Warum Erziehung garantiert misslingt“ sowie einen Gratisvortrag. Instagram: https://www.instagram.com/januwerogge/ YouTube: https://www.youtube.com/@JanUweRoggeVideo

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Transkript anzeigen

00:00:09: Ein herzliches Willkommen zu meinem Podcast Leuchtturm sein.

00:00:14: Der Podcast für eine geborgene Kindheit!

00:00:17: Meine Vision ist es, dass Kinder durch die Begleitung ihrer Bezugspersonen ein starkes Selbstwertgefühl entwickeln und darüber zu selbstbewussten glücklichen und liebevollen Menschen heranwachsen.

00:00:29: Mein Name ist Martina Stotz und als Faktorin der Pädagogik-Wissenschaftlerin im Bereich der Entwicklungs- und Familienpsychologie sowie als Erziehungsfamilien und Paarberaterin unterstütze ich Eltern durch meine Onlinekurse und in Beratungen.

00:00:44: Ich vermitle vor allem ganz praktische und sofort umsetzbare Handlungsstrategien, die Eltern dabei helfen selbstsicher- und erziehungskompetent auf ihre Kinder zu reagieren.

00:00:56: Schau gerne auch auf meinem Instagram Profil vorbei Und wenn du möchtest, sichere dir meine E-Books für Null Euro zum Thema Gewaltfreigrenzen zeigen Kinderängste begleiten sowie Bindung und Urvertrauen.

00:01:10: Glicke einfach auf die Links in den Show Notes und hol dir die E-Books für Nulleuro.

00:01:15: Danke dass Du da bist und meine Vision unterstützt!

00:01:19: Sei dein Leuchtturm und darüber der Leuchthurm für dein Kind.

00:01:24: Hallo und herzlich willkommen, meine lieben Hörerinnen.

00:01:28: Ich bin heute ganz glücklich, denn wir sprechen in der neuen Folge über ein wichtiges Thema, das Thema Grenzensätzen.

00:01:36: Und ich habe einen ganz besonderen Gast hier.

00:01:40: Als ich Studentin war, habe ich seine Bücher gelesen.

00:01:43: Deswegen ist es für mich ein besonderer Moment mit Jan Uwe Rogge heute über das Thema Grenzensetzen zu sprechen.

00:01:51: Herr Rogge, herzlich willkommen hier in meinem Podcast.

00:01:54: Am besten ist es, die stellen sich mal noch einmal kurz vor.

00:01:56: Ich glaube, die meisten kennen sie ohnehin nur und das kann auf gar keinen Fall schaden.

00:02:03: Ja, nun war er ja seit vielen, vielen Jahren in der Erziehungs-, in der Pädagogik-Szene bekannt.

00:02:11: Hab viele Bücher geschrieben, Bestseller geschrieben ... Ich bin immer noch auf Tour.

00:02:19: in der Zwischenzeit, mache ich auch Kabarett mit dem Matthias Jung zusammen.

00:02:24: Schildmal am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig.

00:02:28: Ja, mag Menschen und ich mag Eltern nicht mag Kinder.

00:02:36: es ist toll dass sich seit vielen Jahren damit zu tun habe und immer auch noch sehr jung dabei bleibe.

00:02:46: Ja, das ist wirklich ein großes Geschenk, dass Sie heute da sind und wir wollen heute unter anderem nicht nur über das Thema Grenzensätze sprechen sondern auch Hier brandneues Buch, das ich hier einmal in die Kamera halte.

00:02:59: In dem Moment wenn die Folge veröffentlicht wird es ist das Buch auch erhältlich im Handel.

00:03:04: Das Buch heißt Grenzensetzen ist kein Kinderspiel und deswegen möchte ich mit Ihnen auch gleich mal immer mit Bezug aufs Buch in dieses Thema reinspringen.

00:03:13: Es ist ja so dass viele Eltern nach der richtigen Technik suchen um Grenzen zu setzen.

00:03:18: Das erlebe ich auch in der Elternarbeit täglich.

00:03:20: Dass ganz viele Eltern immer sagen.

00:03:21: Martina sag mir mal was soll ich machen?

00:03:23: Wenn das passiert was soll ich machen, wenn das passiert?

00:03:26: Und Sie schreiben ganz deutlich im Buch, dass Grenzensätzen eigentlich eher eine Haltung voraussetzt.

00:03:32: Was genau unterscheidet denn so die Haltung von der Methode-Grenzensetzen?

00:03:37: Die Haltung ist ne Positionierung mehr selber gegenüber und dem Kind gegenüber.

00:03:45: Das bedeutet zunächst einmal, ich muss mich selber so annehmen wie ich bin mit all meinen Stärken und all meinen Schwächen.

00:03:53: Und wenn ich das kann, dann kann auch mein Kind so an nehmen, wie es ist mit all seinen Stärkern, mit allen Schwächen.

00:04:06: Haltung oder in der Haltung sind so zwei Momente für mich enthalten.

00:04:12: Das Moment der Dankbarkeit und das Moment der Demut.

00:04:15: Dankbarheit heißt Kinder sind für mich Geschenke, sind wunderbare Geschenken wobei wenn ich das immer sage in Vorträgen, Seminaren dann zappen bei manchen Eltern natürlich die Gesichter, weil sie ausdrücken wollen.

00:04:32: Ich nehme mich heute Abend nach Hause und dann schau dir mein Geschenk an!

00:04:36: Also Sie sind aber Geschenke.

00:04:38: seit Dankbar dass du dieses Kind hast und ich bin dankbar das ich mich so habe wie ich bin.

00:04:46: also Dankbarkeit ist etwas ganz... wichtig ist und dann demütig zu sein.

00:04:53: Und wenn ich das sage, sagen viele Eltern, ja, Herr Rogge, ich bin demütiger.

00:04:56: Ich bin fix und fertig.

00:04:58: Das hat nichts mit Demut zu tun.

00:05:00: Mit Demut heißt wie ich es eben sagte sich anzunehmen in seiner Einzigartigkeit, in seiner Unvergleichlichkeit.

00:05:11: Wenn ich das kann, kann auch mein Kind Einzigartigkeit in seiner Unvergleichlichkeit annehmen.

00:05:19: Was ich immer wieder beobachte ist, Eltern wollen unvergleichtliche Kinder.

00:05:24: Sie wollen einzigartige Kinder.

00:05:26: Und was machen sie regelmäßig?

00:05:28: Sie vergleichen die Kinder und sie vergleichend sich.

00:05:35: der Pädagoge Pestalozzi hat vor zweihundertsechzig Jahren den zentralen Satz geschrieben, der für mich sehr wichtig ist vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, es sei dann mit sich selbst.

00:05:50: Vergleichen nie einen Kind mit dem anderen, ist sei denn mit sich selber.

00:05:56: Und wenn ich das beherzige, dann habe ich eine Haltung aufgebaut.

00:06:01: Eine Haltung wir gegenüber und eine Haltung auch dem Kind gegenüber.

00:06:06: Wenn die Haltung da ist, der Haltung heißt für mich, da ist ein Netz zwischen mir und dem Kind zwischen dem Kind und mir.

00:06:17: Ein Netz, das alle Zumutungen aushält, die die Erziehung mit sich bringt.

00:06:25: Denn Erziehungen verstanden als Begleitung der Kinder ins Leben ist natürlich auch mit Zumutung zu tun.

00:06:36: Und wenn ich einem Kind eine Grenze setze oder umgekind das Kind... setzt mir eine Grenze.

00:06:43: War einer Grenze springt das Kind nicht auf und sagt, oh danke für die Grenze.

00:06:48: ich finde es toll

00:06:51: dass

00:06:51: wir hier einen Halt gibt's dich wusste warum das Universum mich zu euch geschickt hat.

00:06:58: nein die Kinder sind sauer Und das Gleiche gilt natürlich auch, dass die Kinder nicht sofort das tun was ich gerne möchte und umgekehrt.

00:07:14: Ich mache nicht sofort was die Kinder vielleicht von mir möchten.

00:07:19: Das heißt also wenn die Beziehung, wenn das Netz da ist dann funktioniert die Technik.

00:07:29: ohne diese Beziehungen wird die Techniken seellos und sie funktionieren doch

00:07:35: Genau, das ist ja genau das was ja häufig jetzt auch bei solchen Media passiert.

00:07:39: Dass es überall ganz viele Tricks und Tipps gibt und dann ganz häufig irgendwie vielleicht auch so die Rückmeldung kommt Ja aber das funktioniert so nicht!

00:07:48: Und vielleicht geht es hier beim Grenzensetzen gar nicht so sehr um's Funktionieren.

00:07:52: oder Herr Rogel?

00:07:54: Natürlich möchten die Eltern gerne das.

00:07:56: Das, was funktioniert nicht.

00:07:58: Also das ist natürlich klar!

00:08:02: Wenn ich dann eine bestimmte Verhaltensweise eines Kindes sehe und ich möchte es verändern, will ich natürlich, dass es hört sozusagen.

00:08:12: Dass es auch mich hört.

00:08:13: Natürlich wünscht man sich aber viel wichtiger sind ganz andere Fragen.

00:08:21: wenn ein Kindergrenze überschreitet zu mich ganz wichtig, die Frage zu stellen.

00:08:28: Wozu macht dein Kind das?

00:08:30: Und nicht das Kind zu fragen, warum machst du das?

00:08:33: Warum?

00:08:34: Fragen sind meistens drücken Hilflussigkeit aus und Kinder spüren das auch mit Eltern.

00:08:41: Warum fragen nicht?

00:08:42: dann sagen sie darum oder weil oder eigentlich drücken Sie auch denkt doch selber nach in der wozu.

00:08:51: Frage ist wozu macht ein Kind das.

00:08:54: Das heißt, ich versuche mich in einen Kind hinein zu versetzen was hinter dieser Grenzeverschreitung steht, was das Kind möglicherweise will und es hat vielleicht auch etwas mit Entwicklung zu tun.

00:09:16: Das heisst also in der Entwicklung eines Kindes ist Bewegung drin Wenn dein Kind die Erdernziehungskraft der Erde überwindet, also zwischen eins und zwei.

00:09:28: Und ist das Laufenlernen?

00:09:31: Laufen heißt ich bewege mich auf etwas zu.

00:09:37: Ich schaue hinter die Dinge!

00:09:40: Ich bin neugierig.

00:09:42: Das heißt in der Entwicklung eines Kindes ist automatisch auch eine Grenzüberschreitung drin.

00:09:50: Das denke ich ist etwas, was wichtig ist.

00:09:53: Also Sie haben es ja eben angedeutet heute wird sehr viel über Techniken geredet.

00:10:00: also wenn man Kind A macht gibt's ein Tipp B wie ich das sozusagen vielleicht verhindere oder umlenke oder so.

00:10:11: aber so geht es.

00:10:14: Das heißt, das Wissen über Erziehungstechniken hat in den letzten forty-fünf Jahren so lange bin ich in dem Thema drennt zugenommen.

00:10:25: Aber das Wissensüberentwicklung wie entwickelt sich ein Kind und Entwicklung hat etwas zu tun mit Grenzüberschreitungen.

00:10:34: Dieses Wissenüberentwickelung ist verkümmert

00:10:41: Ja und es ist so entscheidend, wer Kinder ja auch ganz oft wie sie schon sagen wirksam sein möchten weiterkommen möchten durch ihr Verhalten.

00:10:48: Und sich dann genau hinter dieser Grenzüberschreitung eigentlich irgendein Bedürfnis verbirgt dass ich das Kind gerade erfüllen möchte.

00:10:56: Das fand ich grade so wertvoll als Sie das nochmal so rausgestellt haben.

00:11:00: und was mich auch so sehr verrührt hat ist dieses Thema mit dem Vergleichen.

00:11:04: Denn ich habe als Grundstelehrerin circa dreitausend unterschiedliche Kinder begleitet, weil ich auch in Kitas war und musikalisch Früherziehungen so gemacht habe.

00:11:13: Und da ist mir eines bewusst geworden in diesen acht Jahren, dass tatsächlich kein Kind so ist wie das andere.

00:11:21: Das finde ich immer so wichtig, dass Sie es gerade beim Grenzen zeigen und setzen nochmal andeuten, dass Kinder so wahnsinnig unterschiedlich sind und keinen Trick vom einen Kind auf das Andere übertragen werden

00:11:32: kann.".

00:11:33: Und die Herausforderung, wenn du dann zwei Kinder hast, dann entwickeln sich diese beiden Kindern natürlich auf ihrer Art und Weise unterschiedlich.

00:11:49: Weil nicht nur du die Kinder begleitet, sondern die Kinder begleiten sich auch unter einander.

00:11:56: Das denke ich... zu verstehen, auch in sein Repertoire zu übernehmen.

00:12:03: Ich wüsste doch an so einem Wort mal verdeutlichen wenn die Kinder dieser Ertanzungskraft überwinden entstehen automatisch zwei Worte das Wort ich und das Wort nein.

00:12:19: Und mit diesen beiden Worten kommen Kinder gut bis ans Ende der Pubertät.

00:12:24: Eigentlich brauchen sie überhaupt nicht, es reicht eigentlich mit ich und nein das passt.

00:12:32: Beispielsweise ist es wichtig einmal zu gucken wie kommuniziere ich beispielsweise Grenzen was Beobachter ist, dass viele Eltern das Wort ich vergessen haben und nur noch mit wir reden.

00:12:49: Wir wollen, wir wollen, machen.

00:12:54: Verstehen das Wort wie aber frühestens vom sechsten siebten Lebensjahr?

00:13:00: Das sind ja wieder beim Entwicklungspsychologischen Wissen oder Dass es so entscheidend

00:13:05: ist.

00:13:05: Kein Kind sagt wir wollen eine Playstation.

00:13:07: jedes Kind sagt Ich will eine Playstation.

00:13:12: Ja, wenn du zu einem zweijährigen Kind sagst wir wollen die Windel wechseln als Mutter.

00:13:17: Tja dann gehe ich.

00:13:19: Dann denkt es ist ein Satz was daneben ist weil ich davon ausgehe dass die Mutter trocken ist und keine Windeln das sind.

00:13:27: Es fängt in diesen in diesen Dingen an die zum lachen sind aber die aus der Sicht der Kinder nicht zum Lachen sind.

00:13:34: also Nicht Wir Wollen Die Windel Wechseln Sondern Ich werde deine Also dieses Ich, da fängt es schon an mit dem Grenzen setzen.

00:13:48: Wenn die Kinder zwischen zwei und vier sind, also ihre erste Autonomiefase erleben.

00:13:55: Früher hieß es das Trotzalter, wenn sie diese erste Autonomiephase erleben dann ist in dem Nein nicht Widerstand sondern in dem Nein ist die Botschaft ich bin groß Ich will mitbestimmen!

00:14:13: Und wenn ich das weiß, gehe auch ganz anders mit Kindern um.

00:14:22: Was nicht?

00:14:22: Dann kann ich vielleicht als Mama sogar stolz sein oder als Papa, wenn mein Kind einen sagt weil es einfach ein ganz wichtiger Teil der Entwicklung ist, oder?

00:14:31: Ich finde, wenn du zu einem Kind sagst so wir wollen jetzt die Zähne putzen Dann sagt das Kind, nein.

00:14:41: Weil das Kind weiß der Alte oder die alte ... Die hat ja schon die Zähne geputzt oder putzt sie vielleicht später.

00:14:49: Ja?

00:14:49: Dann in dem Nein zu erkennen was wieder das Kind ist.

00:14:54: nicht Widerstand sondern das Kind drückt aus.

00:14:58: Mensch ich will mitbestimmen und natürlich denken wieder die Eltern sofort ja aber das Kind ist zweieinhalb, das kann doch nicht über Zähne putzen mitbestimmen.

00:15:11: Zähnen sind dem Kind zwischen zwei und drei so was von scheißegal.

00:15:16: Und wenn das Kind wüsste dass die Zähnung ohnehin zwischen sechs und sieben ausfallen hätte man noch größere Probleme mit den Zähneputzen.

00:15:24: also was will das Kind?

00:15:26: Das Kind will nicht in der Sache mit bestimmen sondern das Kind will in der Zeit mitbestimmt.

00:15:34: Wenn ich das weiß Dann gehe ich ganz anders rum, dann sage ich nicht wir wollen die Zähne putzen.

00:15:41: Sondern ich frage wann möchtest du dir die zähne Putzen?

00:15:44: vor der guten Nachgeschichte oder danach?

00:15:47: Dann steht das Zähneputzen nichts

00:15:49: und schon hat jetzt Kind sein Bedürfnis nach Selbstbestimmung erfüllt durch diese Strategie ja auch so eine Grundhaltung, die darüber transportiert wird

00:15:58: von der Ich von gesprochen habe.

00:16:00: dass ist Die Haltung von der ich gesprochen habe Das heißt also der Versuch in Anführung den Widerspruch des Kindes, vielleicht auch den Widerstand des Kindens mal aus seiner Sichtweise, aus seiner Entwicklungsphase heraus zu verstehen und daraus dann auch die entsprechenden Schlüsse zu ziehen.

00:16:23: Ja, ganz wichtig.

00:16:25: Ich glaube tatsächlich dass Eltern die mehr Entwicklungspsychologisches Wissen haben auch viel schneller in der Feindfülligkeit sind.

00:16:31: also ich beschäftige mich ja auch viel mit dem Thema Bindung und ich denke es ist dann auch viel leichter wenn ich weiß was passiert ungefähr in welchem Alter für die Eltern herauszufinden was denn hinter den Verhalten stecken könnte.

00:16:44: deswegen vielen Dank das du das auch im Buch nochmal so betontest.

00:16:47: Es ist so entscheidend.

00:16:49: Jetzt habe ich noch mal eine weitere Frage.

00:16:51: Und zwar beschreiben Sie ja, dass ganz viele Eltern heute große Angst haben, autoritär zu wirken und deshalb manchmal zu spät oder gar keine Grenzen setzen.

00:17:02: Warum fällt es denn unserer Generation so schwer, Autorität positiv zu besetzen?

00:17:10: Ja, ich bin ja nun wenn man so will ein alt Achtundsechziger.

00:17:14: also Ich habe ja noch die Bücher die Bücher mitbekommen über anti-autoritäre Erziehung.

00:17:23: Aber Niel, der Niel des Summer Helen Engelands gegründet hat also wenn man so will, der Vater in Anführung der deutschen Anti-Autoritärenerziehungen.

00:17:36: Niel war eine Persönlichkeit!

00:17:38: Niel hat einen Buch geschrieben über Autorität und Erziehungen nicht über Anti-Autoritärerziehung.

00:17:45: das ist in Deutschland daraus geworden.

00:17:48: Niel war wichtig, dass die Kinder Autoritäten brauchen.

00:17:54: Nicht um zu kuschen sondern mit diesen Persönlichkeiten also den Autoritäten aus einander zu setzen sich an ihnen zu reiben sozusagen.

00:18:09: Also zu lernen auch sich mit Autorität aus einander zu setzen und das denke ich ist wichtig.

00:18:19: Eltern sind Persönlichkeiten, Eltern sind wichtige Persönlichkeiten die Halt bieten, die Orientierung den Kindern verbieten Die auch den Kindern gegenüber Achtsamkeit und Wertschätzung ausdrücken.

00:18:39: Als alter Seemann habe ich das Bild entwickelt Eltern sind Leuchttürme, die am Eingang des Hafen stehen und auf das Meer blinken.

00:18:51: Auf das Meer blinken dort spielen die Kinder.

00:18:55: Die Eltern blinken auf das Meer.

00:18:58: Die Kinder kommen nicht wenn die Eltern blinken!

00:19:02: Die Kinder kommt dann, wenn ihnen die Kräfte beim Spielen schwinden.

00:19:07: Aber dann wissen sie wo der Hafen ist wo der Leuchtturm ist.

00:19:12: Das heißt also, ich kann den Kindern nur Halt und Geborgenheit bieten wenn ich eine so hieß es früher mal eine erzieher Persönlichkeit bin ein Erzieherpersönlichkeit an dem sich die Kinder sozusagen orientieren aber auch reiben können.

00:19:39: Fröbel, Pestalotti haben wir gesagt Erziehung ist Vorbild und Liebe.

00:19:44: Und Vorbild ist vor Leben!

00:19:47: Ist vor Leben und nicht vor Labern.

00:19:52: Ja, das ist glaube ich ein ganz schönes und sehr wichtiges Wortspiel.

00:19:57: Weil ich auch häufig erlebe – ich weiß nicht ob Sie es auch kennen aus Ihren Beratungen – dass Kinder sich die Ohren zuhalten und nur noch bla bla bla sagen?

00:20:04: Ich glaube, das so.

00:20:05: dieser Moment muss ich genau das bestätigt was Sie gerade gesagt haben!

00:20:10: Kannst doch drastische Ausdrücken, weil deshalb weiß man auch warum viele Kinder heute so viel Mittelohrenzündung haben Weil sie unterbrochen, ununterbrochen vom Wortschwall der Eltern auch umgeben sind.

00:20:30: Kinder werden heute Vater und Mutter taub weil so viel und ununterbroken geredet wird.

00:20:37: es wird in dem Sinne gelabert.

00:20:41: ich denke ist das ausgesprochen wichtig.

00:20:44: Das Kind, das Kinder ist mit Vorbildern die etwas vor Leben zu tun haben.

00:20:51: Und das Vorleben, das zeigt sich wieder im Wort ich.

00:20:56: Ich möchte!

00:20:58: Ich will und das lernt das Kind natürlich auch.

00:21:02: Das Kind.

00:21:03: für Kinder ist es wahnsinnig wichtig wenn sie mit einer Teil oder zwei vorm Spiegel stehen können und dann sich sehen und sagen ich, ich kann.

00:21:16: Ich will!

00:21:18: Dann sind Sie Persönlichkeiten.

00:21:21: Dann empfinden Sie sich auch als Persönlichkeit.

00:21:25: Und genauso wollen Sie es auch mit Vater- und Mutter zu tun haben.

00:21:30: Die wollen es nicht mit Wischi Waschi Typen zu tun haben.

00:21:35: Sie wollen es auch nicht mit Dominas und Generälen zutun haben, sie wollen uns auch nicht Mit Freunden und Freundinnen zu tun habe.

00:21:46: Auch das ist ja so ein Trend dass man sich heute als Freund und Freundin seiner Kinder versteht.

00:21:52: Kinder haben was Freunde anbetrifft einen Auswahlkriterium.

00:21:56: Und das sind ungefähr gleich alt die Freunde.

00:22:00: Und wenn sich Älteren sozusagen als Freunde anschleimen, vor solchen Schleimern haben Kinder ausgesprochen Angst.

00:22:12: Das heißt also auch wieder den Mut zu haben, sich auch als Persönlichkeit auch ein Stück weit zu inszenieren.

00:22:27: aber zur Persönlichkeit gehört gleichermaßen demütig zu sein, das heißt also die Bereitschaft auch unvollkommen zu sein.

00:22:39: Die Bereitsschaft und das finde ich wichtig auch von Kindern zu lernen, von deren Kompetenzen zu lernen und von der Bereitshaft zu fantasieren, sie zu träumen zu lernen.

00:22:55: Das denke mit zur Persönlichkeit dazu.

00:23:02: Ich halte immer Vorträge zum Thema mit Humor, Herz und Vertrauen.

00:23:08: Und der Humor ist die Grundlage von allem.

00:23:11: Wieder Pestalozzi!

00:23:13: Lache dreimal am Tag mit deinem Kind.

00:23:16: Lache über dich, lache über das Kind, lacht gemeinsam.

00:23:20: Das Herz... Der kleine Prinz Man sieht nur mit dem Herzen gut und vertrauen.

00:23:30: Vertrauen im Lied vom Hänzchenklein, was ich in meinen Vorträgen immer deute.

00:23:36: Im Lied von Hänzinglein heißt es In der letzten Zeile als Hänzin nun fast erwachsen ist die Tür ist offen Die Mutter steht in der Tür Und die Mutter sagt nichts.

00:23:50: Da heißt es im Liet Wünsch dir Glück Sagt ihr Blick.

00:23:55: Sie sagt nichts.

00:23:57: Sie drückt es aus, sie kann es ausdrücken weil sie voll von Vertrauen in ihr Kind ist.

00:24:07: Also hat Grenzenzeiten und setzen auch ganz viel mit Zutrauen zu tun dem kind etwas zuzutrauen?

00:24:15: Es hat was damit zu tun wie Mutter es in den Lied zeigt ich traue dir das Leben zu.

00:24:22: Und zum Zutrauen gehört auch auf die Fresse zu

00:24:27: fallen.

00:24:29: Und den Kindern das auch zuzumuten, in die... Auf die Fressen zu fallen!

00:24:36: Wenn ihr auf die fresse gefallen ist lernt nicht dass aufstehen.

00:24:41: Du lernst nur das aufstehn wenn du mal den Schlamm der Erde in der Fresse gespürt hast.

00:24:49: Ja absolut also.

00:24:51: Das glaube ich eines der Dinge, was gerade Eltern schwerfällt.

00:24:56: Die selbst in ihrer Kindheit, sage ich mal, schwere Dinge auch erlebt haben.

00:25:00: Ich sag mir die vielleicht auch zum verletzten kindlich Anteil in sich tragen, die natürlich dann unbedingt ihre Kinder auch beschützen wollen und deswegen versuchen viele Steine aus dem Weg zu räumen.

00:25:10: dabei ist gerade das auch wichtig dass Kinder denke ich durch das eigene Handeln an Grenzen stoßen weil sie darüber ja auch lernen dürfen.

00:25:19: Kinder handeln und erfahren, da geht es nicht weiter.

00:25:24: Sondern ich muss vielleicht einen anderen Weg gehen.

00:25:28: Man kann ganz viel lernen vom Beruf des Schlossers.

00:25:33: Wenn deine Tür verschlossen ist und du den Schlüssel drin in der Wohnung oder im Haus hast und den Schlosser holst dann kommt, dann kommt Und probiert Schlüssel aus und keines passt.

00:25:46: Kein Schlüssel passt für das Schloss, was du da hast.

00:25:50: Und dann ein cleverer, ein Künstler unter den Schlossern hat immer einen Dietrich dabei und dieser Dietrich passt!

00:25:59: Dann ist er drin und der Künstl sagt nicht oh ich... Blöder Schlosser ist, hat heute kein Schlüssel wirklich gepasst.

00:26:07: Ich musste den Dietrich

00:26:09: nehmen.".

00:26:09: Der Schloss sagt, ich bin Gott sei Dank drin!

00:26:13: Das heißt also auch Eltern zu ermutigen nicht immer nach der besten, nach der richtigen Lösung zu suchen sondern nach der Lösung zu suchen das passt.

00:26:30: Also diesen Grundsatz Ich will doch nur das Beste für mein Kind.

00:26:36: Oh

00:26:37: ja, wie ist alle Eltern eben wollen?

00:26:38: Ja ich kann es nur als eigenem Herzen fühlen.

00:26:41: Ich

00:26:41: habe meine zehnjährige gesagt Herr Rocke!

00:26:44: Meine Mama will mein Bestes.

00:26:46: was bleibt dann für mich in diesem Satz ist so viel Philosophie und Lebenserfahrung schon drin und darauf zu hören also die Kinder auch als Lehrmeister zu begreifen.

00:27:06: Kinder lehren uns, Kinder haben eine wunderbare Vermittlungsmethode des Prinzipes der Wiederholung.

00:27:14: Kinder machen es immer und immer wieder, immer und everwieder... Kinder machen so lange bis sie das Gefühl haben jetzt haben meine Eltern es

00:27:24: geschnallt.".

00:27:27: Dann was würden Sie denn sagen wenn ein Kind wieder Schimpfwörter verwendet.

00:27:32: Lassen Sie uns mal dieses Beispiel nehmen, ich weiß es ist auch Teil Ihres Buches.

00:27:35: das finde ich so toll, weil im Teil zwei gibt's ganz viele praxisnahe Themen die er täglich beschäftigen.

00:27:44: da ist sehr spürbar welche Beratungsthemen ihn jahrelang auf dem Tisch lagen.

00:27:49: genau.

00:27:50: vielleicht wollen wir gerade dieses Beispiel mit den Schimpfswörtern.

00:27:55: Das Kind ist vier Jahre.

00:27:57: Nennen wir ihn Anton und Anton geht in den Kindergarten, weshalb gehen Kinder in den kindergarten?

00:28:03: doch nicht um auf die Schule vorbereitet zu werden sondern um Freunde kennenzulernen die man mit den Eltern, die kennengelernt hätte.

00:28:13: Und meistens finden Kinder genau die tollen, die man noch nicht kannte.

00:28:18: und dann sind das natürlich Kinder, ja, die dich für Karlsprache differenziert zu benutzen pflegen, ne?

00:28:25: Und meines Kind geht dann Ja!

00:28:27: Geht damit bitte und danke in den Kindergarten und kommt mit Kaka zurück.

00:28:32: Mit allem ist alles Kaka.

00:28:33: Kaka Essen, Kaka Soße, Kakam, Gemüse, Kackamama, Ne?

00:28:38: Und was sagen denn viele Eltern?

00:28:39: Das sagen wir aber nicht.

00:28:43: Wir

00:28:44: sind wieder beim

00:28:46: Bier!

00:28:47: Und das Kind sagt, du sagst nicht?

00:28:49: Aber ich sage es Mama und dann... Aber Herr Rocke, wie bringe ich das denn weg?

00:28:54: Ja wenn das Kind vier ist spielerisch, dann fragt man, wann sagt das Kind das besonders häufig?

00:29:02: Beim Essen, Herr Roke, beim Essen mit einmal ist alles kacke.

00:29:06: Dann ist eine Methode Du sagst, das Kind darf vorm Essen alles sagen was mit Kaka zu tun hat.

00:29:13: Man macht ein richtig dreiminütiger Kaka-Einhalt vom Essen und sagt im Kind und beim Essen ist Schluss damit.

00:29:23: Dann werden wir dann bei einer Grenze die Haltung des Humors zum Beispiel, dass wird trauens auch voraussetzt genau

00:29:31: Ja, auch dieses spielerische Moment wieder zu gucken.

00:29:37: Wie bringe ich das aus der Welt?

00:29:43: Wie kann ich das machen?

00:29:44: Also das was ich eben gesagt habe, dies Träumerische, dies Antasivvolle wirklich mehr in sein Repertoire zu übernehmen und nicht dieser Satz, ich muss es alles richtig machen.

00:30:04: Also auch das ist ja etwas nicht.

00:30:06: Herr Rogge, wie setze ich richtig Grenzen?

00:30:09: Richtig Grenzen!

00:30:10: Das würde ich auch gerne wissen.

00:30:12: Das heißt auch da allein in diesem Wort richtig... Da ist dieser Hochleistungssport wieder drin.

00:30:20: Dieser Optimierungstrang, das ist ja auch unsere Gesellschaft der wir ohnehin in so vielen anderen Bereichen diesen Leistungsdruck ausgesetzt haben hat sich wahnsinnig auf die Erziehungen übertragen

00:30:31: ist richtig, gleichwohl ich kann die Gesellschaft nicht verändern.

00:30:36: Kann mich aber in meinem Erziehungshandeln, kann ich mich verändern?

00:30:42: Das denke ich es wichtig!

00:30:44: D.h.,

00:30:45: Ich muss wieder handlungsfähig bleiben und ich muss mich handlungsfähig machen.

00:30:52: Und d.h.. Ich muss zu mir selber als Persönlichkeit auch stehen.

00:31:01: Ja, auch Fehler zu machen und Fehler einzugestehen.

00:31:05: Das heißt also ich bin keine Maschine!

00:31:09: Ich bin als Mutter- und Vater keine Maschinen.

00:31:13: Manchmal bin ich fertig, manchmal flippig aus, da drehe ich durch... Da sage ich Sachen zum meinem Kind.

00:31:19: das geht eigentlich gar nicht.

00:31:21: und trotzdem sage ich das.

00:31:24: Und trotzdem bin ich eine Mutter mit viel Verstehen dieses Gefühl den Eltern zu vermitteln.

00:31:35: Das ist bei meinen Vorträgen wichtig, das gemeinsame Lachen.

00:31:39: Ich sag dann mal lacht und am schrillen Lachen eurer Nachbarin erkennt ihr der geht es noch dreckiger.

00:31:47: Dieses Gefühl ich stehe da nicht alleine sondern Es geht fehlen so Das erleichtert, das macht auch...

00:31:59: Auf jeden Fall.

00:32:00: Ja, das erdebe ich immer wieder.

00:32:02: Dass es wahnsinnig wichtig ist sich tatsächlich so anzunehmen wie Sie das Anfang schon gesagt haben, wie man ist und darüber ja ganz klar zu seinen eigenen Bedürfnissen und eigenen Grenzen steht.

00:32:14: Und ich glaube auch – und ich bin fest davon in der Bezeichnung – Kinder spüren das.

00:32:18: Die spülen genau ob Mama und Papa, wie Sie vorhin schon gesagt haben als Persönlichkeit auftritt.

00:32:25: Und ob da auch eine gewisse Form von Selbstliebe ist.

00:32:28: Allein dar drin steckt hier so viel.

00:32:30: Also stecken ja so viele Grenzen.

00:32:32: Wenn ich zu mir stehe, meine Bedürfnisse kenne sage ich automatisch bei manchen Dingen nein!

00:32:37: Ich denke mal Selbstliebe, das ist ja auch das was Pesta Lotzy gesagt hat sich selber zu mögen.

00:32:44: Also ist Vorbild und Liebet und da hat er selbst Liebe mitgemalt und also zu sich zustehen mit all seinen Stärken und all seinen wunderbaren Macken.

00:32:56: Ja Eltern, so unvergleichlich jeder hat auf jeder jede hat seine Macke zu sagen, ja die gibt es und da komme ich.

00:33:09: Die muss sich auch für mich ein Stück weit und kann sie auch akzeptieren.

00:33:15: Ich habe mein jeder hat einen Päckchen zu tragen und in diesem Päppchen ist ganz viel was stimmig ist und manche Dinge Ja, die finde ich vielleicht nicht so gut.

00:33:27: Aber sie gehören da rein und auch das ist wieder so ein Punkt, wann will es heute alles anders machen?

00:33:33: Wenn wir nicht wie die Eltern werden...

00:33:36: Da kommt wieder diese Angst vor der Autorität, die man vielleicht selbst erlebt hat als machtvolle Autorität.

00:33:41: So ist es ja gar nicht gemeint sondern sie haben so schön beschrieben dass es darum geht Persönlichkeit zu sein auch Erwachsene oder Erwachszene im Familiensystem zu sein weil Kinder sich daran festhalten können und sich orientieren können durch das Vorleben.

00:33:54: auch Das finde ich so wertvoll in ihrem Buch weil Sie das nochmal so klar rausstellen und genau beschreiben.

00:34:01: Ich habe noch eine Frage, die mich auch häufig erreicht.

00:34:04: Da geht es um das Thema schlechtes Gewissen beim Grenzen setzen.

00:34:08: Also viele Eltern kennen das, glaube ich, das Kind protestiert und hat vielleicht einen Rudausbruch und sagt nein!

00:34:14: Und dann kommt vielleicht das schlechte Gewissen, man kommt vielleicht auch in so eine Unsicherheit an, denkt sich auch, war ich vielleicht doch zu streng?

00:34:22: Das wäre ein bisschen die Frage was passiert in solchen Momenten eigentlich mehr mit dem Kind oder den Eltern selbst?

00:34:32: Wenn die Beziehung stimmt, dann ist es eher das was mit den Eltern passiert.

00:34:45: Es gibt ja einen wunderbaren Pädagogen der wusste ganz genau wie Kinder auch ihre Eltern rumkriegen eine Träne rausdrücken und die Eltern vorwurfsvoll angucken.

00:35:06: Und er hat das genannt, die Wasserkraftmethode des Kindes.

00:35:10: Also Kinder sind natürlich auch Kleine Anarchisten, sie genau wissen.

00:35:19: Ich muss da noch etwas drücken und dann ist er fertig.

00:35:27: Die kennen ganz genau die Punkte wo sie draufbrücken können.

00:35:31: Das sind die Trägerpunkte natürlich.

00:35:36: Das macht auch was mit mir sehr, weil ich hatte tatsächlich ein Felix in der Beratung und er erzählte mir, weißt du meine Mama dreht regelmäßig durch.

00:35:48: Und dann schreit sie und dann flucht sie oder rennt sie aus dem Raum!

00:35:53: Und sag' ich um?

00:35:55: Sag' ich hast Du eine Angst?

00:35:57: Nee, hab keine Angst, wieso ist es keine Angst?

00:35:59: Weißt Du, nach einer halben Stunde hat sich sie beruhigt, dann kommt sie an... entschuldigt sich und ich kann alles von ihr haben.

00:36:14: Das passiert nur, wenn die Beziehung stimmt.

00:36:18: Das heißt also

00:36:19: auch

00:36:20: offen mit den Kindern zu reden in der Phase danach.

00:36:27: Wenn wieder eingekriegt haben und das Kind auch ein, dann mit dem Kind etwas mal aufhören.

00:36:34: Hast du gemerkt?

00:36:34: Da bin ich einfach durchgedreht!

00:36:36: Ich bin durchgedeht und entschuldige mich dafür.

00:36:41: Das heißt also auch ja um Vergebung ein Stück weit bitten und Kinder vergeben.

00:36:50: Kinder vergehen wenn sie spüren... Sie ist einfach ausgeflippt weil Sie ein Mensch aus Fleisch und Blut ist.

00:37:00: Und das sage ich immer auch am Anfang von Veranstaltung Kinder lieben Eltern, die manchmal vor den Kindern stehen und ausdrücken Ich weiß nicht weiter, ich drehe jetzt

00:37:18: durch Genau, auf das Anzug kündigen.

00:37:20: Ich glaube es hilft Kindern auch da wieder diese Grenze der Eltern zu spüren.

00:37:25: und genau das gibt doch in diesem Moment auch Halt wenn ich als Kind merke oh, da ist eine Grenze!

00:37:31: Wenn Eltern es so tun, als würden sie alles wegstecken können, können die Kinder ja gar nicht wahrnehmen dass da eine Persönlichkeit steht wie Sie es so schön sagen keine Maschine ist.

00:37:40: Ja, das ist eine.

00:37:41: Die natürlich wollen viele Eltern.

00:37:45: dieses ich sag's mal autokratische Machtgehabe der eigenen Eltern wollen sie überwinden.

00:37:52: Das finde ich auch gut.

00:37:53: aber an die Stelle ist häufig so einer Betroffenheitskultur Betroffenheizkultur auch entstanden.

00:38:00: also wird es nochmal am Wort Ich verdeutlichen.

00:38:02: Ich finde wichtig das Wort Ich zu sagen und auch bestimmte Anliegen zu formulieren.

00:38:10: Aber es ist auch wieder so eine Betroffenheits-Ichbotschaft, weißt du?

00:38:14: Ich bin jetzt auch schon traurig.

00:38:17: Weißt du ich gebe mir so viel Mühe und naja... ich kann's eben halt doch nicht!

00:38:24: Das ist genau diese Ambivalenz der Ichbotsschaft sozusagen.

00:38:30: das heißt Es ist nicht Zeit für Betroffenheitskultur sondern es ist eine Kultur der Aufrichtigkeit und eine Kultur auch von Klarheit, von festen Beziehungen die zwischen Eltern und Kindern, Kinder und Eltern entstehen sollen.

00:38:56: Genau, das heißt auch dass Eltern den Kindern nicht jedes Mal mit Engels Zunge oder wie sie es gerade so schön beschrieben haben.

00:39:04: Ich bin ja jetzt so traurig, dass mit der Betroffenheit das Eltern klar sein dürfen für sich einstehen dürfen – das meinen Sie an dieser Stelle?

00:39:13: Aber ich bin traurisch und dann auch mal bei meinem Kind da nicht sagen du wir müssen jetzt darüber reden sondern ich möchte mit dir jetzt darüber Das hat mich fertig gemacht.

00:39:27: Also diese Klarheit auch zu haben, nicht sozusagen immer ersten grünen Tee trinken und dann reflektieren.

00:39:40: Ja ganz spannend!

00:39:41: Ich hätte noch eine abschließende Frage Herr Roger und zwar sagen Sie an Ihrem Buch das Kinderorientierung und Halt brauchen Nichtkontrolle.

00:39:50: Woran erkennen Eltern im Alltag den Unterschied zwischen einer Grenze, die Sicherheit gibt und einer Grenzen, die eigentlich nur Kontrolle bedeutet?

00:40:00: Was wichtig ist sind Rituale.

00:40:05: Und das in Rituellen ist Halt- und Orientierung in Raum und Zeit aufgehoben.

00:40:15: Das denke ich es wichtig!

00:40:17: Und das ist auch etwas, was ich in den letzten vierzig Jahren beobachte.

00:40:22: Wir haben es zu tun mit einer Entritualisierung des Alltags und Rituale geben Kindern im Tag In der Woche Im Monat Im Jahreslauf Halt.

00:40:35: Das heißt dass gemeinsame Frühstück kann man nicht mehr so ohne weiteres durchführen Das gemeinsame Mittagessen kann man nicht mehr so ohne Weiteres durchführen.

00:40:46: Das gemeinsamen Abendessen ginge aber, geht aber das gute Nachtritual geht aber.

00:40:53: Das heißt also ich finde wichtig sich wieder auf Rituale zu besinnen Rituale, die den Alltag, die Zeit und Raum strukturieren.

00:41:05: Und auch da werden viele Rituaale über Bord geworfen weil natürlich vor vierzig, fünfzig, sechszig Jahren waren Ritue mit Macht verbunden.

00:41:15: es wird jetzt so gemacht wie ich will.

00:41:17: damit hat man aber auch Struktur und Ordnung über BORD geschmissen das heißt also in den Rituralen diese Geborgenheit, dieses Halsgebende für mich aufgehoben.

00:41:34: und einmal zu gucken auch wenn es strukturlos ist.

00:41:41: im Familienleben hat es vielleicht auch damit zu tun dass man alles so nebenbei macht.

00:41:49: also ich will das mal an den Beispiel sagen dieser ganze coffee to go Sache ist für mich ein Undenk.

00:41:58: Wenn ich einen Ristretto trinken will, den trinke ich nicht to go.

00:42:04: Ich gehe zu meinem Italiener zum Luigi und schnake mit Luigi.

00:42:11: Das steckt so viel mehr drin.

00:42:12: Da steckt Verbindung drinnen.

00:42:13: Es steckt die Freude am Café der Geschmack, der Genuss oder so viele Bedürfnisse gleichzeitig erfüllt?

00:42:20: Das denke ich.

00:42:21: das glaube ich ist wichtig wieder auf diese Ritualität alle zurückzugreifen.

00:42:27: Und wenn ich darauf zurückgreife, dann greif' ich auch auf Sinnstruktur und auch auf Ordnung

00:42:34: zurück.".

00:42:36: Und dann braucht es viel weniger Kontrolle.

00:42:38: Also das kann ich auch als Lehrkraft zu bestätigen, das kommt ja oft zur Frage Ja wie ist denn das mit so vielen Kindern?

00:42:44: und auch da ist es so Es braucht viel weniger kontrolle wenn es einen ritualisierten Unterricht gibt weil die Kinder einfach wissen was nacheinander kommen Das gibt ihnen halt.

00:42:53: und das was sie gerade so beschrieben haben es fehlt hier dann auch wenn die Rituale wegfallen so diese Achtsamkeit den Dingen gegenüber dass wir Dinge wirklich in Verbindung auch miteinander tun das fällt dann weg genau wenn man eigentlich schon wieder der Vergangenheit oder in der Zukunft ist.

00:43:08: Das finde ich auch so spannend, dass das ja stark wirklich damit zusammenhängen kann, Halt und Grenzen zu schenken.

00:43:15: Natürlich!

00:43:16: Ganz klar, immer zu meiner Zeit wenn der Lehrer die Klasse betreibt wir mussten nicht mehr aufstehen aber er sagte guten Morgen.

00:43:24: und wir sagten Guten Morgen und dann wussten wir der Unterricht hat begonnen.

00:43:31: Ich arbeite ganz viele Kindergärten Morgengreis gibt, wo die Kinder ankommen.

00:43:38: Dann rennen die Kinder die ganze Zeit durch den Kindergarten weil sie nicht wirklich angekommen sind.

00:43:45: also von daher sind Rituale wichtig.

00:43:50: ich mache es immer mit dem Gottesdienst klar wenn du der Fahrer hat ein Ritural mit dem er den Gottesdienst begehrt und dann weiß man, so nun ist der Alltag außen vor.

00:44:03: Nun ist was anderes dran.

00:44:06: Und bin ich in der Kirche?

00:44:08: Ich bin angekommen!

00:44:10: Das Reiche gilt für viele Situationen auch im Alltag, auch in der Familie.

00:44:16: Das heißt Eltern, könnte es helfen wenn sie gerade in solchen Momenten sich genau das wieder besinnen auch selbst dadurch ja auch zur Ruhe kommen.

00:44:24: Da sind wir wieder bei der Selbstannahme auf die Verbindung mit sich selbst darüber zu stärken.

00:44:28: Das hat in dem Fall ganz viel mit Grenzen zeigen zu tun.

00:44:31: Herr Rock ich könnte noch stundenlang mit Ihnen weiterreden.

00:44:33: Ich weiß unsere Zeit ist ja begrenzt!

00:44:35: Deswegen komme ich jetzt einfach zum Ende und möchte allerdings unbedingt noch die Zeit nutzen um Ihr Buch einmal kurz vorzustellen denn es hat mich schon erreicht.

00:44:42: Ich halte es hier einmal in die Kamera.

00:44:44: Es heißt Grenzen ist kein Kinderspiel und ist ab jetzt im Handel erhältlich.

00:44:49: Die Folge kommt genau rechtzeitig raus, wie gesagt ich finde es einfach so wertvoll wie sie schaffen dieses Haltungsthema noch mal deutlich zu beschreiben.

00:44:58: und trotzdem wie immer in all ihren Büchern kommt die Praxis nicht zu kurz.

00:45:02: Das Haltsinthalz II geht wirklich um Situationen.

00:45:06: Wenn du nicht dann.

00:45:07: oder es geht ums Aufräumen, umströdeln und bummeln.

00:45:10: Es geht um's Ein- und Durchschlafen, um das Essen.

00:45:13: wenn das Kind nicht das essen möchte was ist möcht ihr?

00:45:15: Oder wenn das kind eben Schimpfwörter benutzt Dann auch von alle anderen dürfen Das ist ja auch so ein typischer Satz den man glaube ich aus Kindermund hört Und es geht eben wirklich um ganz praktische Themen Fahre ich einfach so sehr an diesem Buch.

00:45:32: Das heißt, wenn ihr jetzt gerade zuhört, würde ich euch von ganzen Herzen empfehlen dieses Buch zu bestellen.

00:45:38: Ihr findet den Link auch direkt zum Kauf in den Show Notes und ich kann einfach nur sagen herrschlichen Dank, dass Sie da waren.

00:45:45: und vielleicht möchten sie Eltern abschließend noch eine Herzenserpfählung mit auf den Weg geben!

00:45:51: Eine Herzensempfehlung ist, für mich es wichtig demütig zu sein und dankbar zu sein.

00:45:59: Sei dankbar dass du dieses Kind hast und sei selber demütige!

00:46:03: Du musst nicht alles richtig machen.

00:46:06: Nämlich so an wie du bist.

00:46:10: Vielen lieben Dank Herr Rogge.

00:46:14: Und auch vielen lieben Danke fürs Zuhören.

00:46:17: Möchten Sie noch etwas ergänzen?

00:46:20: Nein Das war nur ein Versprecher am Ende.

00:46:25: Dann freue ich mich riesig, dass ihr alle wieder mit dabei wart!

00:46:27: Wir hören uns in der nächsten Folge bis zum nächsten Mal.

00:46:31: Tschüss!

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